Die „Jeunes Restaurateurs Deutschland“ haben kürzlich auf verschiedenen Internetportalen die Ergebnisse ihres 12. Genusslabors veröffentlicht. Der Text hatte die Überschrift: „Reduktion als Trend in der Gastronomie: Wenn aus weniger mehr wird.“ Berichtet wird von verschiedenen praktischen Ansätzen der Mitglieder, aber auch von allerlei Gedanken rund um das Thema. So begrüßenswert solche Treffen und Diskussionen auch sind: man muss beim Lesen den Eindruck gewinnen, als ob das Thema bestenfalls und mehr oder weniger unstrukturiert diskutiert worden ist und noch einer erheblichen Präzisierung bedarf. Es gibt viele unklare Nebenwege – wie zum Beispiel den Verweis auf Aussagen von Daniel Humm auf der „Chef-Sache“, er suche im Prinzip nach Gerichten, die mit zwei Elementen auskommen. Das klingt wie Kartoffel und Butter, ist aber falsch verstanden worden. Daniel Humm ist ein hervorragender Minimalist, der bei seinen Gerichten oft nur sehr wenig Elemente einsetzt. Die aber sind – da hätte man einmal einen Blick in sein letztes Buch werfen sollen – oft sehr komplex zubereitet. Sind sie nun reduziert oder sehen sie nur so aus?
Gastronomie
Hier finden sich alle Themen, die mit der Verbreitung von Essen im weitesten Sinne zu tun haben. Das Spektrum der Themen reicht von konkreten Fragen rund um den Restaurantbetrieb über gastronomische Aspekte der Kochkunst bis hin zu Fragen, die vor allem etwas mit dem Gast zu tun haben. Ein Beispiel: In vielen Diskussionen vor allem um die kreative Kochkunst wird darüber spekuliert, ob man nicht vielleicht zu sehr „am Gast vorbeikocht“. Das Problem wird also in der Kochkunst gesehen, obwohl es vielleicht vor allem ein gastronomisches Problem ist, nämlich ein Problem der Vermittlung von interessanter Küche. Unter „Gastronomie“ geht es um Theorie und Praxis auf beiden Seiten der Ausgabetheke – ein großes und sehr spannendes Feld, das uns täglich mit vielen Aspekten neu beschäftigt.
Wie „fein“ muss „heimisch“ sein?
„Feinheimisch“ ist eine gute Idee, sollte aber gastronomisch strammer auf Kurs gebracht werden. Eine BIO-Placebo-Küche ist jedenfalls keine Lösung. Es gibt schon immer ein Problem mit jener Küche, die von Organisationen und Vereinigungen wie Slow Food angeboten oder bevorzugt wird. Das wurde mir gerade erst wieder im Restaurant des „Nordfriesischen Lammkontors“ in Husum klar. Man … Weiterlesen
Zweimal – so stark! Andreas Rieger und Felix Schneider haben ein Menü zusammen entwickelt.
Am 14. September 2019 trafen sich Andreas Rieger (ex-einsunternull, Berlin) und Zwei-Sterne-Koch Felix Schneider vom Sosein zu einem Kreativgipfel der besonderen Art in den Räumen des Restaurants in Heroldsberg. Das 22-gängige Menü soll hier wegen seiner kreativen Potenz komplett dokumentiert werden. Ich danke den beiden Köchen für Detailangaben, vor allem aber Uwe Spitzmüller von www.highfoodality.de, … Weiterlesen
Hall of Fame I: Rezepte, Update 1
Hier ein erstes Update zu der Entwicklung der Rezeptliste unserer neuen „Hall of Fame I: Rezepte“. Die Einsendungen sind zahlreich und betreffen ganz unterschiedliche Köche in der gesamten zeitlichen Spanne, in der man von deutscher Spitzenküche reden kann – also durchaus auch vor den Nouvelle Cuisine-Zeiten. Teilweise wurden für einzelne Köche auch schon mehrere Rezepte … Weiterlesen
Die EDT Hall of Fame I: Rezepte
Aufruf zur Mitarbeit an der Erstellung einer Liste der wichtigsten Rezepte der deutschen Spitzenküche aller Zeiten Angeregt durch eine Veröffentlichung in der Jubiläumsausgabe des französischen „YAM“ – Magazins möchte ich die Idee, wichtige Rezepte des kulinarischen Erbes zusammenzutragen, aufgreifen. Es soll hier um den Versuch gehen, die wichtigsten Rezepte aus der noch nicht sehr langen … Weiterlesen
Das ging nach hinten los. Die Organisatoren der „The World’s 50 Best Restaurants“ haben überzogen. Eine Nachbetrachtung
Es ist sehr interessant, die Reaktionen auf die neue Liste der „The World’s 50 Best Restaurants“ zu verfolgen. Köche und Gourmets sind sich ja weitgehend darin einig, dass die Liste allein schon deshalb sinnvoll ist, weil sie ein internationales Publikum aktiviert. Und dass man mit nationalem Publikum zum Beispiel als Drei Sterne-Restaurant nicht wirklich auskommt, … Weiterlesen
Verliert die Spitzenküche ihren wichtigsten Rückhalt, weil die Hotels nicht mehr mitspielen?
In der letzten Zeit häufen sich die Pressemeldungen von immer mehr Hotels, die ihr Gourmetrestaurant aufgeben und stattdessen auf „Casual Fine Dining“ setzen. Wohlgemerkt: ich bin durchaus ein Freund dieses neuen Formats und glaube, dass es eine große Zukunft hat – vorausgesetzt, man vergisst bei all dem „casual“ das „fine“ nicht (siehe weiter unten). Mittlerweile … Weiterlesen
Ergebnis des Fragebogens „Gourmetprofil“
Hier die Ergebnisse des Fragebogens „Gourmetprofil“. Es ging um zwanzig Aussagen, denen zugestimmt werden konnte. Ich habe sie teilweise kurz kommentiert. – Zum Verständnis der Zahlen: Platz 1 für die Aussage „Man kann kein Gourmet sein…wenn man nicht ein paar Stunden in Ruhe an einem Tisch sitzen kann“. Der Aussage wurde von 53,8 % der … Weiterlesen
Fragebogen „Gourmetprofil“
Anbei finden Sie zwanzig Aussagen zum Thema „Gourmet“. Sie beginnen alle mit dem Satzteil „Man kann kein Gourmet sein … wenn“. Die Aussagen sind teilweise etwas heiter, teilweise aber auch sehr ernst. Wählen Sie die Ziffern, deren Aussage Sie zustimmen, direkt als Antwort auf diesen Text aus oder senden Sie uns die Ziffern über die … Weiterlesen
Kochkunst und Publicity: Warum auch gute Leistungen kaum Aufsehen erregen. Anmerkungen aus journalistischer Sicht.
Man kann es nicht übersehen: die entwickelte Kochkunst hat nach wie vor in den Medien nicht den Stellenwert, der ihr eigentlich längst zukommt. Die Zeiten, in denen Ferran Adrià und einige wenige andere Köche es weltweit bis auf die Titelseiten aller möglichen Zeitschriften und Zeitungen schafften, sind weitgehend vorbei. Das klassische Feuilleton und die großen … Weiterlesen